← Menü schließen

Nordlichter in Island

Alles, was Sie über die Aurora Borealis wissen müssen

Allgemeine Informationen

Flackernde Vorhänge in grünen, roten, gelben oder blauen Farben tanzen am Nachthimmel. Die meisten Menschen, die jemals das Glück hatten, die Nordlichter zu sehen, werden bestätigen, dass diese Show von Mutter Natur einfach atemberaubend ist. Nordlichter zählen definitiv zu den spektakulärsten Lichtshows der Natur, die man auf der Erde sehen kann. Sie sind wahrhaftig ein schwer fassbares und magisches Phänomen. Wenn Sie sie zum ersten Mal über den gesamten Himmel über Ihnen tanzen werden und sie ihre Farben und Formen innerhalb kürzester Zeit verändern, dann werden Sie wissen, worüber wir reden.

Northern-lights-Thorsmork-trek-Iceland

Auch, wenn sie wahrscheinlich zu jeder Tageszeit vorkommen können, werden Nordlichter normalerweise in der Nacht gesehen, sobald die Dunkelheit hereinbricht. Es wird gesagt, dass die Lichter so hell sein können, dass man eine Zeitung lesen könne. Die beste Zeit im Jahr zur Beobachtung liegt zwischen dem späten Herbst und dem frühen Frühling. Trotzdem ist die Natur nicht immer vorhersehbar, weshalb es nicht möglich ist, sehr frühzeitige Aurora-Vorhersagen zu machen.



Der wissenschaftliche Name für die Nordlichter lautet Aurora Borealis. Der Name Aurora Borealis ist Latein und bedeutet „Dämmerung des Nordens“. Aurora war eine romanische Göttin der Dämmerung und Boreas ist griechisch und steht für den Nordwind. Während des 13. Jahrhunders benutzten die Norweger den Namen „Nordlichter“ zum ersten Mal. Heute werden beide Namen – Aurora Borealis und Nordlichter – gleichermaßen benutzt.

Northern Lights in Iceland

Da die Nordlichter ein so magisches Phänomen sind, ist es keine Überraschung, dass eine riesige Anzahl an Geschichten und Legenden über sie existieren. Die Menschen in verschieden Zeiten interpretierten die Lichter unter anderem als ein Zeichen toter Frauen, als Licht von Gottes Königreichen, als etwas Böses und als tanzende Geister. Die frühe Dokumentation der Nordlichter reicht bis in die Steinzeit zurück. Schnitzereien der Nordlichter wurden in einer Höhle entdeckt, die im heutigen Frankreich liegt. Dennoch blieb die Frage nach deren Entstehung lange unbeantwortet.

Die Erklärungsversuche der Nordlichter veränderten sich von Zeit zu Zeit und es dauerte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bis jemand erfolgreich war. Kristian Birkelund, ein norwegischer Wissenschaftler, fand endlich die korrekte Erklärung für dieses Phänomen. Seine Theorien basierten auf vielen Expeditionen in Norwegen und den Fotos, die er während dieser Expeditionen von den Nordlichtern aufnahm. Er war sogar der erste Mensch, dem das Fotografieren der Nordlichter gelang. Eine Zusammenfassung seiner Erkenntnisse kann im Teil „Wie entstehen sie?“ gefunden werden. Die Aurora ist nicht nur auf der Erde sichtbar, sondern auch auf einer Handvoll anderer Planeten wie dem Jupiter gesehen werden. Weiterhin gibt es eine lebhafte Diskussion darüber, ob die Nordlichter ihre eigenen Geräusche machen oder nicht. Diese Debatte hat bis jetzt noch kein Ergebnis hervorgebracht.

How-do-NorthernLights-work

Um es kurz zu fassen, die Aurora entsteht durch den Zusammenstoß von Elektronen der Sonne mit verschiedenen Gasen in der Erdatmosphäre. Diese Kollision setzt Lichtteilchen frei, die wir dann als Aurora wahrnehmen.

Genauer gesagt entstehen Auroras durch die Sonnenaktivität und die Art wie sie mit dem Magnetfeld der Erde interagiert, das unseren Planen umgibt. Zusätzlich dazu spielen die Gase Sauerstoff und Stickstoff eine Rolle, die in der Erdatmosphäre vorkommen. Sonnenpartikel (Elektronen und Protonen) bewegen sich die ganze Zeit auf die Erde zu und treffen auf das Magnetfeld der Erde. Aufgrund magnetischer Kräfte werden diese Sonnenpartikel entlang der schützenden Hülle der Erde entlang geleitet. Als Ergebnis dieses Vorganges erreichen die Partikel zwei ringförmige Regionen, die Auroraovale genannt werden. Eines davon befindet sich nahe des Nordpols und das andere in der Nähe des Nordpols (siehe Bild unten). Bei unterschiedlicher Sonnenaktivität variieren diese Regionen. Je größer die Aktivität, desto weiter ist die Region. Die aktuellen Auroraovale können hier gefunden werden.

How-do-NorthernLights-work

Aufgrund von Kreisläufen erhöhter Sonnenwinde, die als Sonneneruptionen bezeichnet werden und durch eine größere Anzahl an Sonnenflecken verursacht werden, bewegt sich eine erhöhte Anzahl an Partikeln zwischen der Sonne und der Erde. Wenn diese unser Magnetfeld treffen, verändern sie dessen Form. Die Magnetopause, die die Sonnenteilchen normalerweise davon abhält, in die Erdatmosphäre zu gelangen, bricht. Als Ergebnis dessen gelangt eine Vielzahl aufgeladener Partikel in die Erdatmosphäre und die Auroraovale interagieren mit den Gasen – Sauerstoff und Stickstoff. Während sich die Gasmoleküle nach dem Aufladen durch die Sonnenpartikel erholen, wird Licht produziert. Wenn eine ausreichend große Anzahl an Zusammenstößen vorkommt, ist das Licht als Aurora für uns sichtbar. Der ganze Prozess ist in der Grafik unten veranschaulicht.

Die Aurora ist ein Beweis dafür, dass Teilchen das Magnetfeld unseres Planeten beeinflussen.

Beachten Sie: Dies ist eine vereinfachte Erklärung des gesamten Vorgangs. Für eine wissenschaftlichere Erklärung empfehlen wir dieses Video.

Die von den Nordlichtern gezeigten Farben können variieren, auch, wenn Grün mit Abstand die häufigste Farbe ist. Die vorkommende Farbe hängt von der Art des Gases und dem Energielevel ab, dass die Sonnenpartikel enthalten. Während grüne, gelbe und rote Auroras mit Sauerstoff zusammenhängen, entstehen blaue und lilafarbene Nordlichter durch Stickstoff.

Ob ein Nordlicht grün oder rot ist hängt von der Höhe ab, in der der Sauerstoff ausgestoßen wird. Verschiedene Höhen bedeuten unterschiedliche Energielevel der Partikel. Je größer die Höhe, desto höher ist das Energielevel. Wenn der Zusammenstoß in relativ großer Höhe geschieht, sind die Nordlichter rot. Damit dies passiert, wird eine höhere Intensität der Sonnenwinde benötigt. Grüne Nordlichter entstehen hingegen in geringeren Höhen und demzufolge niedrigeren Energieleveln. Dadurch braucht es nur eine geringe Sonnenaktivität, um grüne Nordlichter entstehen zu lassen.

Die blauen und lilafarbenen Nordlichter werden sehr selten gesehen. Dies liegt daran, dass die Nordlichter über den Schatten der Erde treten und dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden müssen. Dazu muss die Sonne in einer bestimmten Position sein. Sie muss sich leicht unter dem Horizont in der sogenannten tiefen Grauzone befinden (Deep Twilight). Das Erscheinen derartiger Farben wird als „Resonanzstreuung“ bezeichnet und kann auch vorkommen, wenn das Licht der Sonne vom Mond reflektiert wird.

Gelbe Nordlichter entstehen durch eine Kombination der verschiedenen oben genannten Farben.

How-do-NorthernLights-work

Die Aurora kann in vielen Formen auftreten. Die Grundformen sind Bögen, Kränze, zerstreute Formen und Drapierungen. Die Drapierung ist die Form, die am häufigsten vorkommt und oft als flackernder Vorhang bezeichnet wird. Bögen haben Formen, die uns an Regenbögen erinnern und Kränze in der Form einer Krone wahrgenommen werden. Zerstreute Auroras werden selten gesehen und sie nehmen keine Form mit besonderen Merkmalen an. Weiterhin können sie ohne bestimmte Hilfsmittel nicht so leicht gesehen werden.

Wissenschaftler haben bis jetzt noch keine exakte Antwort auf die Frage gefunden, was die unterschiedlichen Formen verursacht. Beispielsweise wird vermutet, dass die Form von der Elektronenquelle abhängt und der Art wie diese Elektronen in unsere Atmosphäre eintreten. Dieser Prozess variiert, da das Magnetfeld der Erde ständig anders auf die Sonnenpartikel reagiert. Ebenso spielt die relative Position zwischen dem Nordlicht und der es beobachtenden Person eine Rolle.

How-do-NorthernLights-work

Kameras, die die Auroras festhalten sollten, müssen in den manuellen Modus gebracht werden. Die Kamera muss eine hohe ISO-Einstellung ermöglichen. Ältere Kameras, fünf Jahre oder älter, sind bezüglich der ISO-Einstellung nicht so gut wie die neueren Modelle, deshalb sollten Sie ein gutes lichtempfindliches Objektiv besitzen.

Die besten Objektive sind Panorama-/Weitwinkelobjektive mit einer großen Blende. Sie können auch engere Objektive benutzen, aber wenn Sie auch etwas von der Landschaft auf Ihrem Foto sehen möchten, eignen sich Panorama-/Weitwinkelobjektive am besten. Das Objektiv muss über eine Fokusanzeige verfügen, da der Autofokus in dieser Situation nicht funktioniert. Diese Anzeige befindet sich auf den meisten Objektiven und kann obendrauf gefunden werden.

Wie man alles einstellt

Die Kamera sollte in den manuellen Modus gestellt werden. Die Blende sollte so offen wie möglich sein, das heißt, je geringer die Blendenzahl, desto besser; 1.4, 2.0 und 2.8 sind am besten.

Die Verschlusszeit sollte anfangs auf 4 Sekunden gestellt werden, manchmal reicht auch eine kürzere Zeit aus, aber oft braucht man eine längere Zeit zwischen 4 bis 15 Sekunden. Es wird nicht empfohlen, mehr als 20 Sekunden einzustellen, da das den sogenannten Star Trail Effekt in den Sternen hervorruft.

Die ISO (fotosensitiv/sensitive) sollte anfangs auf ISO 800 eingestellt werden. Am häufigsten wird die ISO 800-3200 benutzt, aber je geringer die Zahl, desto höher ist die Qualität und die Farben sind besser. Sie können mit dieser Zahl herum experimentieren, denn sie hängt immer davon ab wie stark die Aurora ist.

Das Objektiv wird in den manuellen Fokus gestellt und, wenn es über einen Bildstabilisator verfügt, müssen Sie diesen abstellen und auch etwaige Filter auf der Linse, beispielsweise einen UV-Filter, entfernen. Der Fokus sollte dann auf unendlich gestellt werden und das Fenster mit dem Fokusindikator sollte erscheinen. Wenn der Fokus im Objektiv nicht stabil sein sollte, können Sie den Fokuskreis nach links oder rechts stellen, je nach Hersteller ist die Unendlichkeitseinstellung unterschiedlich, und dann wieder etwas zurück, aber nur ein bisschen. Es ist vielleicht schwer, in dieser Situation einen Fokus zu finden, aber wenn Sie Probleme damit haben, können Sie an einen Stern heranzoomen, diesen fokussieren und wieder zurückzoomen, wenn der Fokus vorhanden ist. Die Kamera sollte sich auf einem Stativ befinden und wenn Sie einen Fernauslöser besitzen, ist dieser auch nützlich, aber nicht notwendig.

Der Weißabgleich wird auf AW (automatischer Weißabgleich) gestellt. Die Aurora bewegt sich schnell und die Farben verändern sich zügig, deshalb ist diese Einstellung in dieser Situation die beste.

Die Grundlagen sind also:
  • Stellen Sie die Kamera auf das Stativ, nehmen Sie alle Filter ab und stellen Sie den Bildstabilisator ab.
  • Die ISO sollte zwischen 800-3200 liegen.
  • Die Blende sollte so offen wie möglich sein.
  • Die Verschlusszeit sollte zwischen 4-15 Sekunden liegen.
  • Der Weißabgleich wird auf auto white balance gestellt.
  • Nehmen Sie Ersatzakkus mit, da sie sich in der Kälte schnell entleeren.
  • Wenn möglich eine Taschenlampe, damit Sie sehen können, was Sie machen während Sie die Kamera einstellen.

How-do-NorthernLights-work